Mittwoch, 12. Januar 2011

Puppendoktor - oder ein ganz besonderes Projekt

Als Puppen noch aus Celluloid hergestellt wurden (nebenbei bemerkt ein sehr spielverderbendes Material, wenn man immer aufpassen muss, dass die Puppe nicht kapputt geht), war der Beruf des Puppendoktors sicher sehr gängig. Aber auch heute gibt es noch einige, wie das Ergebnis der Suchmaschine zeigte.

Auch ich durfte mich als Puppendoktorin bewähren, als neulich die Mutter meiner Freundin die ca. 25 Jahre alten Waldorfpuppen ihrer Kinder brachte, die sie auf dem Speicher wiedergefunden hatte und fragte, ob ich da wohl was machen könne. Das fand ich wirklich eine schöne Idee.

Ein paar Tage lagen die beiden Puppen hier, bis sie mich förmlich riefen, mich endlich mit ihnen zu befassen.

Insbesondere Frederik sah man an, dass er ganz besonders geliebt worden sein musste, und ich war mir der Verantwortung, ihn wieder herzustellen, so dass ihn seine Puppenmama wiedererkennt, sehr bewusst.


Ich habe ihm den Kopf abnehmen müssen, um das Gesicht frisch beziehen zu können, das gleiche galt für die Arme, die ohnehin schon nicht mehr ganz fest waren. Dann musste ich auch die Haare teilweise neu machen (eine besonders zeitaufwändige Arbeit), aber am Ende sah Frederik wieder fast aus wie neu:


Die andere Puppe, deren Namen ich nicht herausfinden konnte, war weniger bespielt worden, dafür hatten sich aber die Motten über sie hergemacht, sodass auch hier eine komplett neue Haut fällig war. Aber die Haare waren noch fast wie neu, und konnten so bleiben.



Ich durfte die beiden auch noch einkleiden, und was konnte ich da anderes nähen, als Latzhosen?

Heute habe ich einen Anruf von Frederiks Puppenmama bekommen. Sie war überglücklich, da diese Puppe wirklich ihr Ein- und Alles gewesen war und sie ihn verloren geglaubt hatte. Sie habe erst gar nicht verstanden, dass "ihr Fredda" tatsächlich darin stecke. Nun bekommt ihn ihre Tochter, was besonders schön ist.
Das war der beste Lohn für diese Arbeit :-)

Kommentare:

  1. das hast du ganz zauberhaft gemacht so schön hinbekommen!!!!
    echt krass.. wie neu!!!
    und die hosen zum knutschen
    liebe grüße

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  2. Eine schwierige Aufgabe und so toll gelöst! Schön, dass die geliebten Puppen in der neuen Haut noch drinstecken.
    Klasse rekonstruiert :O)))
    Bei der Puppe meiner Tochter ist das Näschen freigelegt und der Stoff hat eine Laufmasche, aber ich darf sie nicht verarzten. Noch muß sie so bleiben, weil sie sonst anders aussehen könnte..., aber deine Variante werde ich mir mal merken, so für später ;O)

    GLG
    Peggy

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  3. Die zwei sehen super aus und die Latzhosen passen perfekt! Schön, dass Frederik weitervererbt werden konnte. Und noch schöner, dass seine Mama so überrascht wurde, weil sie dachte, sie habe ihn verloren. *hach mach*

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  4. sind die drollig! Das kann absolut nicht !!! Echt sü´ß!
    Liebe Grüße Nathalie

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